In dieser Folge spreche ich zum zweiten Mal mit Chris Eckert. Er war lange bei der Kantonspolizei Zürich und der Bundeskriminalpolizei und ist seit 17 Jahren selbstständig. Mit seiner Firma schützt er Unternehmen und Privatpersonen vor Wirtschaftskriminalität, Spionage und Cyberangriffen. Im Teil 1 ging es um Social Engineering und heute sprechen wir über Lauschabwehr.
„Es braucht eine halbe Minute, um eine Wanze unter den Tisch zu kleben.“ (Chris Eckert)
hris erklärt, warum heute abgehört wird: Es geht fast immer um Informationsbeschaffung. Ob Konkurrenz, staatliche Akteure, die Vorbereitung eines Cyberangriffs oder Erpressung. Die Geräte werden immer günstiger, die Qualität der Mikrofone ist enorm gestiegen, und wir machen es den Angreifern oft viel zu einfach.
3 Dinge, die ich aus dem Gespräch mitgenommen habe:
Abhören ist viel einfacher als gedacht: Ein Besucher, der drei Minuten allein im Büro sitzt, reicht. Eine Wanze ist in Sekunden platziert. Chris rät deshalb, fremde Personen nie allein im Sitzungszimmer zu lassen. „Auch wenn alle sehr nett und freundlich sind.“ (Chris)
Wer nicht weiss, was er hat, kann es nicht schützen: In einer Bank hing unter dem Tisch noch eine alte Mikrofonanlage, verbunden mit der neuen Videokonferenzanlage. Sie hat ständig aufgenommen, niemand wusste davon.
Technik allein findet keine Wanzen: Frequenzmessung, Wärmebildkamera, Linsensuche, Röntgen. All das gehört dazu. Die andere Hälfte ist kriminalistisches Denken. Nach einem Umbau fand Chris’ Team vier Wanzen in drei Geschäftsleitungsbüros. Die Geräte hatten nichts angezeigt. Aufgefallen ist es einer Mitarbeiterin, weil ein Netzgerät mit Klebeband statt mit Kabelbindern befestigt war.
Dazu war das Ganze gewürzt mit spannenden Geschichten aus Chris’ Nähkästchen: Von einer Wanze zwischen 30 Modellautos über eine heimlich installierte zweite Kamera in einer Villa bis zu abgehörten Autos!
Ein paar Auszüge aus dem Gespräch:
„Letztlich geht es immer ums Gleiche: Informationsbeschaffung.“
„Die guten Wanzen kaufst du nicht ab der Stange.“
„Mit dem Fernsehkrimi hat das nichts zu tun.“
„Ein Kopf genügt in diesem Bereich einfach nicht.“
„Überall, wo Geld im Spiel ist. Überall, wo Macht ausgeübt wird.“
Zum Abschluss erinnert Chris daran, dass die Haltung „Uns kann das nicht passieren“ nicht mehr zeitgemäss ist. Sein Tipp: sich bewusst machen, wer in der Firma ein und aus geht, wer Zutritt und Zugriff hat, und physische Schwachstellen ernst nehmen.
Bis bald!
Jill
Hier findet ihr Chris:
LinkedIn: https://www.linkedin.com/in/chris-eckert-/
Swiss Business Protection AG: https://www.swissbp.ch/de
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