In dieser Folge spreche ich mit Chris Beyeler. Er ist Präsident vom Swiss AI Verband und Gründer von Beyonder. Er hat über 2'000 Menschen in der Schweiz zu künstlicher Intelligenz ausgebildet und begleitet Unternehmen dabei, ihre Leute zu befähigen.
„Du kannst nicht einfach nur einmal eine Schulung besuchen und das Gefühl haben, jetzt kannst du mit künstlicher Intelligenz umgehen.“
Chris vergleicht KI Kompetenz mit einer Sportart. Einmal Tennis spielen macht uns noch nicht zu guten Tennisspielenden. Es braucht Übung und Wiederholung. Genau das sieht er auch in Unternehmen. Kurze Einsätze über ein bis drei Tage verpuffen seiner Erfahrung nach oft wieder.
Was ich aus dem Gespräch mitgenommen habe:
Schatten KI ist vermutlich grösser, als viele Unternehmen denken.
Auch wenn KI Tools offiziell nicht erlaubt sind, werden sie genutzt. Selbst mit freigegebenen Lösungen weichen Power User teilweise auf andere Systeme aus, wenn diese ihre Bedürfnisse besser erfüllen. Dann landen Unternehmensdaten schnell dort, wo sie nicht hingehören.
Eine KI Lizenz ergibt noch keinen Return on Investment.
Neben Lizenzkosten gehören auch Zeitaufwand, Schulungen und laufende Begleitung in die Rechnung.
KI braucht weiterhin Menschen.
Oder wie man es auch nennt:
„HITL. Human in the Loop.“
Denn KI Antworten können sehr überzeugend klingen und trotzdem falsch oder unpassend sein.
Wir brauchen vielleicht weniger Listen mit KI Use Cases und mehr Verständnis dafür, was KI grundsätzlich kann.
Zum Beispiel Inhalte vervielfältigen, grosse Informationsmengen zusammenfassen, Wissen zugänglich machen, Abläufe automatisieren, Ideen visualisieren und Entscheidungshilfen vorbereiten.
Ein paar Auszüge aus dem Gespräch:
„Kein Unternehmen kann heute noch sagen, bei uns nutzt niemand KI.”
„Du kannst nicht einmal auf den Platz stehen und meinen, du schlägst Nadal. Mit KI ist es genau gleich.”
„Alle anderen, die wir nur einen, zwei oder drei Tage begleitet haben, dort ist es verpufft.”
„Wir haben kleine Ja-Sager und Ja-Sagerinnen, die uns durch den Alltag begleiten.”
„Der Weg dahin ist das, was uns eigentlich lehrt.”
„Qualitätssicherung wird massiv wichtig.“
Zum Abschluss gibt Chris noch einen möglichen Fahrplan für Unternehmen mit: Schattennutzung verstehen, Management einbeziehen, mit Power Usern starten, Know how aufbauen, Mitarbeitende trainieren und langfristig begleiten.
Bis bald!
Jill
Hier findet ihr mehr zu Chris:
Swiss AI Verband: https://www.swissai.ch/, mit wöchentlichem Austausch und Community
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