N#48 Darf ich dir ein Geheimnis zu KI-Betrug verraten?
KI verändert die Betrugswelt auf unerwartete Weise
Hi! WOW, schön, dass du da bist!
In diesem Artikel:
Erstaunliche Veränderung mit KI bei Betrug
Auch die Verteidigung schläft nicht
Was wir tun können
In letzter Zeit werde ich immer wieder gefragt, wie die Zukunft in der Betrugs- und Cybersicherheitswelt aussieht, seit es KI-Tools gibt. Menschen spüren, dass sich gerade etwas verschiebt in der Welt von Betrug und Cybersicherheit. Die unausgesprochene Frage steht im Raum „Kann ich mich in Zukunft überhaupt noch schützen?”.
Im Januar 2026 überwies ein Schwyzer Unternehmer mehrere Millionen Franken an Betrüger. Er hatte am Telefon die Stimme seines Geschäftspartners gehört. Die Stimme klang vertraut, der Kontext stimmte und es war dringend. Leider war die Stimme mit KI geklont worden. Der Betrug flog erst auf, nachdem alles überwiesen worden war.
Es passiert schnell, dass wir uns denken „das wäre mir nicht passiert“. Und genau das ist ein Teil des Problems. Wir überschätzen nämlich unsere Fähigkeit, Täuschungen zu erkennen.
Die Zahlen dahinter: Anstieg und schnellere KI-Angriffe
Die Zahl der KI-gestützten Angriffe ist von 2025 bis 2026 um rund 89 % gestiegen. Während Ransomware-Gruppen sich früher teils über Monate im System befanden, bis sie es verschlüsselten, sank diese Zeit auf durchschnittlich nur noch 29 Minuten (der schnellste Angriff dauerte sogar nur 27 Sekunden!).
in typisches aktuelles Betrugsmuster in Unternehmen ist der sogenannte CEO-Betrug. Dabei imitieren Betrüger den CEO und fordern Mitarbeitende auf, Handlungen auszuführen, wie beispielsweise Zahlungen zu leisten, Einkäufe zu tätigen oder Geldüberweisungen vorzunehmen.

Laut dem Bericht Global Cybersecurity Outlook 2026 von gaben 73 % der befragten CEOs und Haushalte an, dass jemand in ihrem Umfeld schon einmal von cyber-enabled Betrug betroffen war.
KI senkt die Einstiegshürde für Hobbykriminelle immer weiter und hilft staatlichen Kriminellen, ihre Angriffe effizienter abzuwickeln.
3 fiese Betrugs-Mechanismen von KI-Betrug
Wenn wir eine vertraute Stimme hören, schalten wir einen Teil unserer Wachsamkeit ab.
Dringlichkeit: „Es muss schnell gehen, es ist vertraulich, frag niemanden anderen.“
Viele Menschen schämen sich, über Betrug zu sprechen, da sie der Meinung sind, sie hätten es besser wissen müssen.
KI verändert auch die Abwehr
Anomalie-Erkennung in Echtzeit, automatisierte Reaktionssysteme, Verhaltensanalyse im Zahlungsverkehr. Erste Start-ups entwickeln Technologien, die geklonte Stimmen erkennen können, um davor zu warnen.
3 Dinge, die wir selbst tun können
Was sich wirklich ändert ist das Ausmass und die Personalisierung.
„Politely paranoid” sein. Diesen Begriff habe ich von Rachel Tobac übernommen: Höflich bleiben, aber misstrauisch sein.
Das Vier-Augen-Prinzip leben! Keine grössere Überweisung ohne zweite Bestätigung über einen anderen Kanal.
Über Betrug sprechen. Im Gespräch mit Branchenexperten habe ich oft gehört, dass Betroffene selten über ihren Fall sprechen wollen und viele nicht einmal Anzeige erstatten. Solange Betrug ein Tabu bleibt, profitieren die Betrüger.
Fazit: Nun wie würde ich die Zukunft einschätzen?
Ehrlich? Ich habe gemischte Gefühle. KI beschleunigt sowohl Angreifer als auch Verteidiger. Die nächsten Jahre werden besonders im Hinblick auf Betrug und Identitätsattacken herausfordernd. Die Werkzeuge werden besser, die Täuschungen überzeugender und die Angriffe schneller und automatisiert.
Das Argument „Ich bin nicht interessant für Betrüger“ gilt nicht mehr, denn alle, die ein Bankkonto haben, sind interessant.
Bis bald!
Jill
P.s. Hast du in deinem Umfeld schon erlebt, dass jemand auf einen KI-gestützten Betrug reingefallen ist? Ich freue mich über deine Erfahrungen in den Kommentaren oder per Nachricht.
Im Artikel findest du noch mehr Geheimnisse zum Thema:
🧠Diese Fakten wird dein Gehirn lieben🧠
💡 Value first. Wichtiges aus der Cyberwelt:
Viele beginnen ChatGPT zu canceln, weil OpenAI das LLM der USA zur Kriegsführung zur Verfügung stellt, nachdem Anthropic Nein zum Angebot gesagt hatte “no Claude AI for use in autonomous weapons, or mass surveillance of United States citizens.”
Ein spannender Anfang, um soziale Medien sicherer zu machen (Etwa 10% des Umsatzes von Meta ist geschätzt Betrug - auf unsere Kosten!) die Internet Initiative. Reto Vogt’s Worte dazu: “Wer es versucht, kann verlieren. Wer es nicht versucht, hat schon verloren.” (Vogt am Freitag, 6.3.26)
👂 Listen:
📕 Check out:
Elevenlabs um Stimmen zu klonen, sich etwas vorlesen zu lassen usw, testet mal aus: https://elevenlabs.io/
AI Book Club Empfehlungen:
Ruben’s Substack mit vielen Tipps zu KI Anwendung
👀 Watch:
Nichts mit KI, aber spannend: Pädo-Ring zerschlagen https://www.bbc.com/video/docs/series/10293718


