#51 Frühjahrsputz für eure Cyberhygiene
10 Dinge, die ihr noch heute machen könnt, um eure Cybersicherheit aufzupolieren
Manchmal schiebt man das Aufräumen so lange auf, bis sich ein riesiger Berg ansammelt, der unüberwindbar erscheint. Für solche Momente hilft mir das Buch „Atomic Habits” mit der 1-Prozent-Regel weiter. Die 1-%-Regel besagt, dass man, wenn man sich jeden Tag in einem Bereich um nur 1 % verbessert, am Ende eines Jahres 37-mal besser ist als am Anfang. Das Geheimnis besteht darin, die monumentale Aufgabe in winzige, beinahe lächerlich kleine Teilschritte zu zerlegen.
Warum funktioniert das? Es nimmt den Druck, sofort alles perfekt absichern zu müssen. Wie sieht also die Philosophie des Autors aus, wenn man das Ganze auf den Frühjahrsputz anwendet?
2-Minuten-Regel
Ein kompletter digitaler Frühlingsputz klingt nach Stunden harter Arbeit, da schalten wir sofort ab und geben auf. Wenn wir stattdessen sagen “Ich öffne meinen Passwortmanager und ändere für 2 Minuten jeden Tag Passwörter”, oder noch einfacher “Ich ändere pro Tag 1 Passwort”, wird der Einstieg so leicht, dass die Hürde fast nicht mehr spürbar ist.
Fokus auf das System statt auf das Ziel
Wenn wir uns das riesige Ziel vor Augen halten “komplett sicher zu sein” ist das frustrierend, denn wir wissen nicht einmal wo damit anfangen.
Wenn wir uns jedoch ein System zurecht legen, mit einem klaren Trigger, wie beispielsweise: “Jeden Tag, nach der Kaffeepause prüfe ich eine Sicherheitseinstellung einer App” gibt es keine Ausreden mehr.
Habit-Stacking
Gewohnheiten an andere zu knüpfen, macht es einfacher diese auszuführen. Also beispielsweise würde das heissten: „Nachdem ich [Bestehende Gewohnheit] getan habe, werde ich [Neue 1%-Gewohnheit] tun.“ umgesetzt zum Beispiel: „Nachdem ich am Freitag meinen Laptop hochgefahren habe, prüfe ich alle E-Mails der Woche und melde verdächtige E-Mails sofort.“
Identität verändern
Die Frage, die wir uns stellen sollten, ist nicht, welche Gewohnheiten wir uns aneignen wollen, sondern wer wir sein wollen. Darum sollten wir uns angewöhnen, uns als eine Person zu sehen, die sich um ihre digitale Sicherheit kümmert.
Welche Gewohnheiten können wir uns denn auf diese Weise aneignen? Hier einmal 10 Punkte, die eure Cybersicherheit auf einfache und schnelle Weise aufpolieren können.
10 Punkte-Checkliste für den digitalen Frühlingsputz
Passwörter ausmisten: Schwache, alte und mehrfach genutzte Passwörter sind wie verstaubte Ecken. Einmal durchgehen, die wichtigsten Konten mit langen, einzigartigen Passwörtern neu aufsetzen und am besten gleich einen Passwort-Manager einführen, damit man sich das nicht alles merken muss.
Zwei-Faktor-Authentifizierung aktivieren: Überall dort, wo es sie gibt (E-Mail, Banking, Social Media), als zusätzliches Schloss einschalten. Eine Authenticator-App ist sicherer als SMS-Codes.
Auf Datenlecks prüfen: Über einen Dienst wie „Have I Been Pwned" checken, ob die eigene E-Mail-Adresse in einem bekannten Leck auftaucht und betroffene Passwörter sofort ändern.
Updates nachholen: Betriebssystem und Apps aktualisieren. Updates schliessen genau die Lücken, durch die Angreifer sonst hereinkommen.
Alte Konten und Apps löschen: Jeder ungenutzte Account und jede alte App ist eine offene Tür und ein Ort, an dem persönliche Daten liegen. Was man nicht mehr braucht, konsequent löschen.
App-Berechtigungen aufräumen: Durchgehen, welche App Zugriff auf Standort, Kontakte, Mikrofon, Siri oder Kamera hat und alles entziehen, was die App für ihren Zweck nicht braucht.
Backups prüfen (und testen): Nicht nur kontrollieren, ob Backups laufen, sondern einmal eine Datei testweise wiederherstellen. Ein Backup, das im Ernstfall nicht funktioniert, ist kein Backup. Faustregel: 3 Kopien, 2 Medien, 1 ausser Haus/offline.
Privatsphäre-Einstellungen überprüfen: In sozialen Medien checken, was öffentlich sichtbar ist. Oft sammeln sich über die Jahre Posts und Infos an, die man heute nicht mehr für die ganze Welt sichtbar haben möchte.
„Geister-Konten“ schliessen: Accounts bei alten Onlineshops, Foren oder Streaming-Diensten, die man nicht mehr nutzt nicht einfach ignorieren, sondern aktiv löschen. Wenn diese Plattformen gehackt werden, landen sonst die eigenen Daten im Netz.
Browser-Detox: Der tägliche Zugang zum Internet, Cookies und Browser-Verlauf löschen sowie alte Add-ons/Extensions entfernen. Viele Erweiterungen mutieren im Laufe der Zeit zu Datensammlern.
Quelle:
Atomic Habits: An Easy & Proven Way to Build Good Habits & Break Bad Ones. (o. J.). James Clear. Abgerufen 3. Juni 2026, von https://jamesclear.com/atomic-habits

